Abtreibungen wieder häufiger

0,9 Prozent mehr Schwanger­schafts­abbrüche im 3. Quartal 2015

BABY WEB

Ein Baby nach der Geburt. 99.715 Frauen in Deutschland entschieden sich im Jahr 2014 allein nach offiziellen Angaben gegen dieses Erlebnis. Wieviele der Väter trauern heute um den Verlust? Wieviele Frauen bereuen später ihre Entscheidung? Wieviele Paare haben sich danach getrennt? Das blutigste Drama der modernen Zivilisation bleibt weithin unerzählt. Foto: privat

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hier mitteilt, wurden im dritten Quartal 2015 rund 24 100 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet. Damit hat sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,9 Prozent erhöht.

Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Frauen, die im dritten Quartal 2015 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre. Rund sieben Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von drei Prozent. Rund 40 Prozent der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt.

96 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in vier Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (64 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 18 Prozent wurde das Mittel Mifegyne® verwendet. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, und zwar 77 Prozent in gynäkologischen Praxen und 20 Prozent ambulant im Krankenhaus. Sieben Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Teilen: facebooktwittergoogle_plus