Russlands Kampf gegen die Abtreibung

Auch in anderen Ländern wächst das Bewusstsein für das Leben

160514 Blog Lebensschutz(al) Der Kampf gegen die Abtreibung nimmt nicht nur in Polen an Fahrt auf, wo die ohnehin relativ strengen Rengeln verschärft werden könnten. In den USA sprach sich jüngst Donald Trump gegen Abtreibungen aus und in Peru, man höre und staune, nahmen am 12. März 2016 750.000 Demonstranten am »Marsch für das Leben« teil, der größten Kundgebung in der peruanischen Geschichte.

In Russland unterstützt jetzt die orthodoxe Kirche mit einer Petition »Für das Leben« den Kampf gegen Abtreibungen, meldete das Domradio unter Bezug auf die KNA. Patriarch Kyrill I. hat im vergangenen Jahr in einer Ansprache vor dem Parlament die »riesige Zahl« von Abtreibungen als eines der größten Probleme Russlands bezeichnet. Die Tötung ungeborener Kinder sei eine schwere Sünde. Im Februar sprach sich das Kirchenoberhaupt dafür aus, dass Eheleute bei der kirchlichen Trauung schwören, dass sie nicht abtreiben werden.

In einem Fernsehinterview forderte das Kirchenoberhaupt den Klerus auf, schwangere Frauen stärker zu unterstützen und kündigte weitere Hilfszentren für Schwangere an. Die Kirche betreibt landesweit bereits 29 solcher Zentren für schwangere Frauen und Mütter, die im vergangenen Jahr mehr als 5.500 Bedürftigen halfen.

Experten fürchten, dass auf jede Geburt in Russland mindestens eine Abtreibung kommt (nach offiziellen Zahlen auf jede zweite, das entspricht 1 Mio. Abtreibungen pro Jahr). Russlands Regierung will im Kampf gegen das »demografische Koma« die Zahl der Abtreibungen bis 2020 um zehn Prozent reduzieren. Kürzlich meldete das Gesundheitsministerium, 2015 habe es bereits 13 Prozent oder 65.000 weniger registrierte Schwangerschaftsabbrüche als im Vorjahr gegeben. Gegenüber 2011 sei die Zahl sogar um 39,2 Prozent oder 288.000 zurückgegangen. Zur Zeit des Kommunismus waren es bis zu fünf Millionen Abtreibungen pro Jahr, 2004 immer noch 1,8 Millionen.

Einen interessanten Vorschlag nachte  der Parlamentsabgeordnete Alexander Scherin von den nationalistischen Liberaldemokraten. Er schlug vor, schwangeren Frauen umgerechnet 3.400 Euro zu zahlen, sollten sie von einer geplanten Abtreibung absehen. Die Kinder sollten nach der Geburt in ein Waisenhaus kommen. Kirchenvertreter begrüßten den Vorschlag.

Was wohl in Deutschland geschehen würde, wenn ein Politiker mit einer solchen Idee an die Öffentlichkeit träte?

Beitragsbild: flickr.com/stavropoleos

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