Sterbehilfe auf dem Vormarsch

Stark ansteigende Nachfrage in Westeuropa

160515 HP EL(al) Die Befürworter der Sterbehilfe lassen das Argument der schiefen Ebene bekanntlich nicht gelten. Sie wollen nichts davon wissen, dass die Sterbehilfe eine Eigendynamik mit steigendem Zuspruch entfaltet, wenn sie erst einmal zulässig ist. Aber die Zahlen beweisen genau das. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, warnte anlässlich der Amsterdamer Weltkonferenz »Euthanasia« in einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung vor den stark zunehmenden Zahlen. Töten sei offenkundig ansteckend, sagte er.

In den Niederlanden ist aktive Sterbehilfe erlaubt, und dort seien die Fälle allein seit 2006 um knapp 300 Prozent auf 5.277 im Jahr 2015 nach oben geschnellt: »Zehnmal mehr Menschen sterben in den Niederlanden durch Euthanasie als dort im Straßenverkehr«, sagte Brysch. In Belgien habe sich die Zahl im selben Zeitraum von 429 auf 2021 verfünffacht.

Rund 800 Wissenschaftler, Juristen, Aktivisten, Politiker sowie Ärzte haben sich von Donnerstag bis Samstag in Amsterdam mit rechtlichen, ethischen, politischen und medizinischen Fragen der Sterbehilfe befasst. Im Rahmen dieser Konferenz sagte auch der belgische Soziologieprofessor Joachim Cohen, dass Studien zufolge in Westeuropa die Zustimmung zur ärztlichen Sterbehilfe langsam wachse: »Die Akzeptanz nimmt zu.« In osteuropäischen Staaten wird Sterbehilfe dagegen bekanntlich überwiegend abgelehnt.

Ein Musterbeispiel für die manipulative Berichterstattung in Sachen Sterbehilfe lieferte Kerstin Schweighöfer im österreichischen Standard. Ihr Bericht über den Kongress in Amsterdam begann so: »Jeder muss die Möglichkeit bekommen, sich für ein würdiges Lebensende entscheiden zu können. Und deshalb muss ein jeder selbst bestimmen dürfen, wie und wann er aus dem Leben scheidet: Das ist das Ziel der Weltkonferenz für Sterbehilfe in Amsterdam, die alle zwei Jahre vom Weltverband der Sterbehilfegesellschaften organisiert wird.« Bei so viel Fraglosigkeit ist der wachsende Zuspruch nicht verwunderlich.

Beitragsbild: flickr.com/Joseph Martinez, »Depression«

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