Sterbehilfe auch ohne tödliche Krankheit?

In Holland soll bald »erfülltes Leben« hinreichen. In Belgien erstmals Sterbehilfe für minderjährige Person

5321539250_99af96dab1_bWer auch nur ein wenig Erfahrung mit den Anliegen des Lebensschutzes hat, der weiß, wie schwer es ist, die schiefe Ebene als Argument anzubringen. Wenn man sagt, dass ein einmal gebrochenes Tabu immer weitere Ausweitungen und Lockerungen zur Folge haben werde, die am Anfang noch unvorstellbar sind, dem begegnen oft purer Unglaube und reine Verständnislosigkeit.

Wer sich bisher damit beruhigt hat, das Sterbehilfe nur in Fällen schwerer und schwerster Krankheit zur Debatte stünde, der wird aber nun eines Besseren belehrt.

Die Niederlande waren 2002 das erste Land, das Euthanasie für unheilbar kranke Patienten oder für Patienten mit großen Schmerzen eingeführt hat (obwohl es eine fast immer wirksame Palliativmedizin gibt). Nun aber fordern Gesundheitsministerin Edith Schippers und Justizminister Ard van der Steur das Parlament auf, das Gesetz auszuweiten. Den Abgeordneten schrieben sie, Menschen, die »die gut durchdachte Meinung hätten, dass ihr Leben erfüllt sei, müssen unter strikten und vorsichtigen Kriterien die Möglichkeit haben, ihr Leben in einer würdevollen Weise beenden zu dürfen«. Und weiter: »Da der Wunsch eines selbstbestimmten Lebensendes hauptsächlich bei älteren Menschen vorkommt, würde das neue System auf sie beschränkt sein«, erklärte Schippers weiters. Sie nannte allerdings keine Altersgrenze. Die beiden Minister wollten nach Absprache mit Ärzten, Ethikern und anderen Experten das neue Gesetz Ende 2017 einführen. So berichtet hier heute.at Weiterlesen

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Bundesverfassungsgericht lehnt Eilantrag ab

Der neue §217 StGB bleibt vorerst in Kraft

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Die vielfach kritisierte Unbestimmtheit des Verbots „geschäftsmäßiger“ Suizidbeihilfe hält das Bundesverfassungsgericht offenkundig nicht davon ab, den neuen §217 StGB vorläufig zu bestätigen. Foto: flickr.com/Mehr Demokratie

(al) Wie das Bundesverfassungsgericht am vergangenen Freitag mitteilte, hat es den Eilantrag von vier Mitgliedern des »Vereins Sterbehilfe Deutschland« gegen den neuen §217 StGB abgelehnt, der die »geschäftsmäßige« Suizidbeihilfe in Deutschland verbietet. Das neue Gesetz bleibt vorerst in Kraft. Das Gericht nahm die Gründe für ein Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe sehr ernst, insofern es in der Begründung heißt: Der Gesetzgeber gehe davon aus, dass eine »zunehmende Verbreitung des assistierten Suizids nicht nur künftig zu befürchten, sondern bereits eingetreten« sei. Die Gefahr, dass der »fatale Anschein einer Normalität und schlimmstenfalls sogar der sozialen Gebotenheit der Selbsttötung« entsteht, habe vermieden werden sollen. Weiterlesen

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Abtreibungskrieg und Sterbehilfestreit

Das Lebensrecht zu Beginn des neuen Jahres. Ein Überblick

von Andreas Lombard

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Welches von diesen Drillingen hätte man wohl abtreiben sollen, wenn die Mutter Leihmutter gewesen wäre und die Auftraggeber eine „Mehrlingsreduktion“ verlangt hätten …? Ein solcher Fall ereignet sich gerade in Kalifornien. Foto: flickr.com/Karsten Selferlin

Während in den USA ein regelrechter Abtreibungskrieg tobt, vergessen die deutschen Medien, die sich so gern über Abtreibungsgegner echauffieren, dass massenhafte Abtreibung für sich genommen bereits nichts anders als Krieg ist. Spätestens dann, wenn es wie beim Tarabella-Bericht des EU-Parlaments um ein »Menschenrecht« auf Abtreibung geht.

Aber wenden wir uns einem besonders dramatischen Fall zu, der in der allgemeinen Aufregung nahezu untergeht. Eine kalifornische Leihmutter namens Britneyrose ist mit Drillingen schwanger, und nun fordern die genetischen Eltern, die Auftraggeber, von ihr, eines dieser Kinder abzutreiben – und das, obwohl die Leihmutter das dritte Kind adoptieren würde Weiterlesen

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Sterben lernen heißt Leben lernen

151129 flickr groß IIWer beim Suizid »hilft«, übt zwangsläufig die Tatherrschaft aus. Auch der »selbstlose Helfer« ist niemand anderes als Gevatter Tod. Der aber bleibt am Leben … Vgl. dazu die Thesen IV und V. (Abbildung: flickr.com/Allayin!)

PDF zum Herunterladen: Zwölf Thesen gegen Sterbehilfe

Zwölf Thesen gegen Sterbehilfe von Andreas Lombard

I. Legalisierung der Sterbehilfe ist aus medizinischer Sicht unnötig

Dank der modernen palliativen Medizin können fast alle unerträglichen Krankheitszustände wie Schmerzen, Atemnot und Angstzustände auf ein Minimum reduziert werden. Für Sterbehilfe gibt es daher im Allgemeinen keine ärztliche Indikation. Der Tod kann heute so leicht und schmerzlos sein wie noch nie. Die wenigen Fälle, in denen dies anders ist, rechtfertigen nicht die gesetzliche Erlaubnis zur anfangs individuellen, bald schon ausufernden Sterbehilfe. Weiterlesen

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Es gibt kein gutes Töten

Die Sterbehilfe kommt und eskaliert – wie zuvor die Abtreibung

Der Bundestag hat die Beihilfe zum Suizid rechtlich geregelt – ein schwarzer Tag für die Menschenwürde. Es wurde eine neue Grauzone geschaffen. Die Rechtsunsicherheit ist jetzt größer als zuvor

von Andreas Lombard

Der 6. November 2015 war ein schwarzer Tag für den Lebensschutz. An diesem Tag hat der Deutsche Bundestag mit der Neufassung der Paragrafen 217 StGB zwar die geschäftsmäßige Sterbehilfe verboten, die private Sterbehilfe hat er aber zugleich erlaubt. Wenn das Gesetz bestand hat, ist Sterbehilfe in Deutschland unter bestimmten Bedingungen legal. Dank der engagierten Lebensschützer hatte der Bundestag immerhin die Chance, die Sterbehilfe vollständig zu verbieten. Niemand wird sagen können, dass es keine Alternative gegeben habe. Weiterlesen

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Nur Gesetzesentwurf Sensburg/Dörflinger/Hüppe ist verfassungskonform

links: Prof. Dr. Patrick Sensburg (Foto: <a href="http://patrick-sensburg.de/images/beitraege/bilder_zum_downloaden/Patrick%20Sensburg%20Portrait.jpg" target="_blank">Patrick Sensburg</a>), Mitte: Thomas Dörflinger (Foto: Sven Teschke/<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Thomas_D%C3%B6rflinger?uselang=de#/media/File:2014-09-12_-_Thomas_D%C3%B6rflinger_MdB_-_8693.jpg" target="_blank">commons.wikimedia.org</a>/<a href=" http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en" target="_blank">CC BY-SA 3.0 de</a>); rechts: Hubert Hüppe (Foto: Hubert Hüppe/<a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/Hubert_H%C3%BCppe.jpg" target="_blank">commons.wikimedia.org</a>/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.en" target="_blank">CC BY 2.0 de</a>); jeweils Ausschnitte

links: Prof. Dr. Patrick Sensburg (Foto: Patrick Sensburg), Mitte: Thomas Dörflinger (Foto: Sven Teschke/commons.wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de); rechts: Hubert Hüppe (Foto: Hubert Hüppe/commons.wikimedia.org/CC BY 2.0 de); jeweils Ausschnitte

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages stellte in einem Gutachten fest, dass drei der vier vorgelegten Gesetzesentwürfe zur Regelung der Sterbehilfe in Deutschland verfassungswidrig sind. Weiterlesen

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Es darf nicht sein, dass Menschen, die sich alleine gelassen fühlen, den Ausweg über die ärztliche Hilfe beim Suizid suchen

Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach / Foto: Vera Friederich

Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach / Foto: Vera Friederich

Weshalb die palliativmedizinische Versorgung Sterbender der einzig richtige Weg ist, der aktive Sterbehilfe und gesetzliche Sonderregelungen völlig überflüssig macht, erklärt der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach. Weiterlesen

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